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Einzeilige Notation

Dieser Abschnitt stellt Ihnen die Notation einer Stimme in eine Notenzeile vor.

Relative Notennamen

Wie wir bereits gesehen haben errechnet LilyPond die Tonhöhe jeder Note in Bezug auf die Vorhergehende. Wenn keine zusätzlichen Oktavangaben ( ' oder , ) gemacht werden, geht es davon aus, dass die folgende Note innerhalb einer Quarte zur vorgehenden liegt. LilyPond geht dabei von den Notennamen aus. Eine übermäßige Quarte ist somit nicht dasselbe, wie eine verminderte Quinte. Wenn wir bei einem "c" beginnen wird ein "fis" höher als das "c" gesetzt werden, während ein "ges" tiefer notiert würde.

 

    c2 fis
    c2 ges

 

Versetzungszeichen

Ein Kreuz wird durch das Anhängen der Silbe "-is" an den Notennamen erzeugt. Ein "b" durch die Silbe "-es". Ein Doppelkreuz oder -b dem entsprechend durch "-isis" oder "-eses".


   cis1 ees fisis, aeses

Vorzeichen

Das Vorzeichen wird durch den \key-Befehl, gefolgt von einer Tonhöhe und \major für Dur bzw. \minor für moll, eingegeben.

 

\key d \major

a1

\key c \minor

a

 

 

 

Warnung: Vorzeichen und Versetzungszeichen

 

Um festzulegen, ob ein Versetzungszeichen ausgeben werden muss, prüft LilyPond die Tonhöhe und die Vorzeichen. Die Vorzeichen beeinflussen nur die ausgebenen Versetzungszeichen, nicht die aktuelle Tonhöhe! Diese Tatsache wirkt auf den Anfänger oft verwirrend und soll deshalb etwas näher erklärt werden.

LilyPond trennt Layout und musikalischen Inhalt streng voneinander. Die Änderung (erhöht, normal, erniedrigt) einer Note is Teil der Tonhöhe und somit musikalischer Inhalt. Ein Vorzeichen (ausgegebene Kreuze, Auflösungszeichen, und "b"s) hingegen wird vor der Note ausgegeben und gehört somit zum Layout. Das Layout folgt bestimmten Regeln und somit unterliegen auch die Vorzeichen diesen Regeln und werden dementsprechend ausgegeben. Die Tonhöhen sind Bestandteil der Kunst und werden somit nicht automatisch gesetzt, kurzum: Sie müssen das eingeben, was Sie hören wollen.

 

Beispiel

 

\key d \major

d cis fis

 

 

Keine der Noten hat ein Vorzeichen, aber das "-is" für das "cis" und das "fis" ist trotzdem notwendig. Die Eingabe eines "e" bedeutet für LilyPond nicht "male einen schwarzen Punkt unter die oberste Linie der Notenzeile", sondern vielmehr "da ist eine Note mit der Tonhöhe "e" ". In as-moll bekäme diese Note von LilyPond ein Vorzeichen.

 

\key aes \major

e

 

 

 

Dies zu berücksichtigen erfordert sicherlich ein wenig mehr Umsicht bei der Eingabe des Codes, erleichtert aber das transponieren ungemein.

MAGIX Music Maker 2008 Producer Edition

Haltebögen

Ein Haltebogen wird durch das Anhängen einer Tilde "~" an die erste Note, der zu
bindenden Noten, eingefügt.
    g4~ g c2~
    c4 ~ c8 a8 ~ a2

 

(Legato-)Bögen

Ein Bogen der über mehrere Noten geführt werden soll wird mit "(" hinter der Anfangs- und
")" hinter der Endnote eingegeben.


     d4( c16) cis( d e c cis d) e( d4)

 

Phrasierungsbögen

Phrasierungsbögen über längere Bereiche können durch "\(" und "\)"gesetzt werden. Sie können sowohl Legato- als auch Phrasierungsbögen zu selben Zeit setzen.


    a8(\( ais b c) cis2 b'2 a4 cis,\)

 



Warnung: Halte- und Legatobögen


Ein Haltebogen sieht aus wie ein Legatobogen. Beide haben jedoch eine unterschiedliche Bedeutung. Der Haltebogen verlängert die erste Note um die zweite und kann nur paarweise Noten gleicher Tonhöhe verbinden. Ein Legatobogen gibt die Artikulation von Noten und kann mehrere Noten verbinden. Beide können verschachtelt werden.

     c2~( c8 fis fis4 ~ fis2 g2)

Artikulation und Dynamik

Artikulation

Artikulationssymbole können durch das Anfägen eines Bindestrichs "-" und eines Zeichens an den Notennamen erstellt werden.


    c­. c­­ c­> c­^ c­+ c­_

 

Fingersatz

Fingersatzzahlen werden wie Artikulationssymbole mit Bindestrich "-" und einer Zahl eingegeben.


    c­3 e­5 b­2 a­1

 

 

Sowohl Artikulationssymbole als auch Fingersatzzahlen werden von LilyPond
normalerweise automatisch platziert. Sie können dies jedoch manuell ändern, in dem Sie "^" (hoch) und "_" (runter) verwenden. Sie können einer Note auch mehrere Artikulationen zuweisen. Dennoch sollten Sie in den meisten Fällen LilyPond diese Arbeit überlassen.

    c_­^1 d^. f^4_2­> e^­_+

 

Dynamik

Dynamikzeichen werden durch deren Angabe mit Backslash "\" hinter der Note erzeugt.

    c\ff c\mf c\p c\pp

 

Crescendi und Decrescendi erstellt man mit den Befehlen "\<" und "\>". Ein Dynamiksymbol beendet das (De-)Crescendo. Auch der Befehl "\!" kann benutzt werden.

    c2\< c2\ff\> c2 c2\!


Automatische und manuelle Balken

Alle Balken werden automatisch erzeugt:

 

    a8 ais d ees r d c16 b a8




Wenn Ihnen diese Balken nicht gefallen, können Sie sie manuell überschreiben. Markieren Sie die erste Note mit "[" und die letzte mit "]"

    a8[ ais] d[ ees r d] a b


Fortgeschrittene rhythmische Befehle

Teiltakte

Ein Auftakt wird über den Befehl \partial eingegeben. Eine folgende Dauer, wie \partial 4 für einen Auftakt von einer Viertelnotenlänge, bzw. \partial 8 für einen Achtelauftakt usw.

    \partial 8
    f8 c2 d


Duolen, Triolen, etc.

Der Befehl \times kann eine Triole einleiten. Man benötigt dafür zwei Argumente: einen Bruch und ein paar Noten. Die Dauer der Noten wird mit dem Bruch multipliziert. In Triolen nehmen Noten ihren Notenwert zu 2/3 in Anspruch. Also wird als Bruch hier 2/3 verwendet. Entsprechendes gilt für Duolen, Sextolen, etc.

    \times 2/3 { f8 g a }
    \times 2/3 { crc
    \times 2/3 { f,8 g16[ a g a] }
    \times 2/3 { d4 a8 }


Vorschlagsnoten

Vorschlagsnoten werden durch den Befehl \grace eingeleitet, obwohl sie ebenfalls durch das voranstellen von \appoggiatura und \acciaccatura erzeugt werden können.

    c2 \grace { a32[ b] } c2
    c2 \appoggiatura b16 c2
    c2 \acciaccatura b16 c2


4 Kommentare

Seite 1 von 1 1

#3 Maggy schrieb vor 16/03/2008 12:18 answer email homepage

Hey,

erstmal tolles Tutorial, bei dem englischen Blickt man mMn garnich durch. Ein kleine Sache hab ich bisher leider noch nich rausgefunden, und zwar wie man Absätze einfügt bzw. eine Neue Zeile macht. LilyPond macht das zwar automatisch irgendwann aber das sieht dann sehr gequetscht aus und mit Text und Akkorden kann man dann garnichts mehr lesenzwinker

-Maggy

#4 JayKay schrieb vor 16/03/2008 17:03 answer email homepage

Hallo Maggy,

 

für den manuellen Zeilenumbruch benutzt du das Komanndo \break , wenn ich mich richtig entsinne.

 

Also zum Beispiel:

 

a2 d e f\break

d4 e f g

#1 Natalia schrieb vor 08/12/2007 00:02 answer email homepage

Gutes Tutorial!

#2 JayKay schrieb vor 09/12/2007 20:32 answer email

Vielen Dank... war ja kein großes Ding! Ich hab mich lediglich mal rangesetzt und das englische Tutorial übersetzt. Hauptsache es hat dir weitergeholfen!

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